Wie angekündigt 23.30 Uhr wurden wir durch unsere Guides mit heißem Tee oder wahlweise Kaffee geweckt. Ziemlich müde und platt schälten wir uns aus den warmen Schlafsäcken und in unser Aufstiegs-Outfit. Lange Unterhosen und Softshell-Wanderhosen sowie mehrere Lagen an funktionalen Oberteilen. Mütze, dicke Handschuhe und dicke Jacke wurden derweil im Rucksack verstaut.
Noch ein leichtes „Frühstück“ mit Porridge und Toast, einmal durchatmen und dann ging es auch schon los. Gegen 6:30 Uhr wollten wir am Gipfel sein.


2.20 Uhr erreichten wir den sogenannten Rhino Point auf 3800 Meter.
Von da waren es noch so ziemlich genau 750 Höhenmeter. Was wir allerdings nicht ganz so auf dem Schirm hatten (war ja nicht so, dass Yusto uns das nicht erzählt hätte 🙈), beim Aufstieg zum Gipfel durchquert man 2 Täler. Das heißt man läuft zunächst wieder runter, um dann weiter beziehungsweise höher aufzusteigen. Macht am Ende deutlich mehr Meter im Anstieg als die bloßen Höhenmeter von Camp zu Gipfel.
Und womit wir erst recht nicht gerechnet haben, waren Klettersteige, die am Fels entlang liefen, wo man sich lediglich an einer Kette festhalten konnte.
Das war zumindest mein persönlicher Alptraum. Auf dem Rückweg, gewissermaßen bei Lichte betrachtet, war es dann nur noch halb so schlimm. Lag aber vielleicht auch daran, dass jetzt nach oben statt nach unten geklettert werden musste. Alles in allem für mich weit weg von Spaß und noch viel mehr von „mittelschwerem Trekking, machbar ohne besondere Vorkenntnisse oder Klettererfahrung“. Wer auch immer zu dieser Einschätzung gekommen ist, dessen Vorstellung eines schweren Trail mit Klettererfahrung beginnt vermutlich auf dem Weg zum Gipfel des Mount Everest oder ähnlich, nehme ich an. 🤬 Ich muss jedenfalls gestehen, dass ich in diesem Abschnitt ernsthaft darüber nachgedacht habe, das Ganze einfach abzubrechen.
Wäre aber auch irgendwie doof gewesen, also beruhigen und dem brutal steilen und steinigen oder wahlweise sandig-gerölligem Weg folgen. Zwischendrin war auch immer wieder Klettern beziehungsweise Übersteigen großer Felsbrocken angesagt. Das war so sch… anstrengend, dass man sowieso über nichts Anderes mehr nachdenken konnen. 🥵😵😖
Gegen 5:30 Uhr erreichten wir nach 5,1 Kilometern die Rückseite den sogenannten „Antennenpunktes“ auf 4283 Metern. Tatsächlich steht hier auf einem Gipfelgrat ein Funkmast.
Von hier wären es noch mal 1,5 Kilometer gewesen. Ein kurzes Stück runter und noch mal ca. 270 bis 300 Meter steil über felsiges Gelände bergauf bis auf 4.566 Meter. Also ungefähr noch Mal 1,5 Stunden Gehzeit.

Aber was soll ich sagen…wir sind nicht bis zum Gipfel gekommen. Wie ihr der Route entnehmen könnt, sind wir an diesem Punkt umgekehrt und am Gorilla Felsen vorbei wieder abgestiegen.
Der Grund war weniger schön und leider nicht verhandelbar. Chris hatte unspezifische aber deutliche Anzeichen von Höhenkrankheit, die sich in Brustschmerzen (gott sei Dank) rechtsseitig äußerten. Hinzu kam, dass Domis Freundin auch ziemlich geschafft war.
Und getreu dem Motto „one team – one dream“ haben wir uns dann alle vier für den Abstieg entschieden.
- Distance
- 10,23 km
- Elevation gain
- +853 m
- Elevation loss
- −850 m
- Max elevation
- 4.284 m
- Waypoints
- 0
Letzten Endes waren wir so vielleicht nicht den Gipfel (der soll nach Erzählung ohnehin nur kalt und zugig sein 🤭) aber unglaubliche Bilder zum Sonnenaufgang hatten wir trotzdem.





Und auch auf dem Rückweg war die Landschaft schlicht überwältigend. Und offenbarte welchen anstrengenden Weg wir tatsächlich zurückgelegt haben. 😯 Denn am Mount Meru geht man den gleichen Weg zum Gipfel auch wieder zurück zur Saddle Hut.








Trotzdem waren wir natürlich alle ein bisschen geknickt, als wir nach 10,2 Kilometern wieder im Camp angekommen sind.
Aber viel wichtiger, Chris hatte keine Beschwerden mehr und auch Sophia schien schon wieder deutlich fitter zu sein.